Herbstausflug der Männerriege
Am Donnerstag, 14. September 2017, besammelten sich 14 Breitlemer, TVBler, Männerriegler, Kameraden und Freunde um 08.15h in der Schalterhalle SBB in Basel. Schalterhalle ist zwar heute ein angestaubter Begriff. Vor lauter Take-Away-Schaltern, Lebensmittel-Schaltern, Bäckerei- und sonstigen Schaltern kommt man sich schon etwas verloren vor, wenn man sich in dieser Halle «nur» zu einem Treffen einfinden will. Da vermutlich alle schon einen Morgenkaffee intus hatten, ist der Treffpunkt in einem Coffee-Shop kaum angebracht. Also bleibt noch die Rolltreppe, womit wir bei einem neuen Begriff für diese Halle wären: Rolltreppenhalle SBB! Oder Automatenhalle, Billettschalter gibt’s ja keine mehr, nur noch Billettautomaten! 
Da Bahnhof, zwischenzeitlich Rail-City, jedoch wieder Bahnhof heisst, bleiben wir halt bei der Schalterhalle Bahnhof SBB.
Nachdem sich alle ausgeschlafen und rasiert am besagten Ort eingefunden hatten, entführte uns ein Zug um 08.33h via Zürich, Weinfelden, nach Arbon. Gemäss Informationen  aus dem Internet wollten wir um 11.45h in Arbon den Bus 216 in Richtung Altstadt besteigen, um den Fussweg bis zum Rest. Wunderbar etwas zu verkürzen. Nachdem wir diesen Bus erfolglos gesucht hatten, erfuhren wir, dass dieser seit ca. 1 Jahr nicht mehr fährt und die Haltstelle beim Schloss, wo wir aussteigen wollten, auch nicht mehr existiert! Also blieb uns nichts anderes mehr übrig, als unsere Füsse zu gebrauchen, und das bei intensivem Regen! Unterwegs haben wir uns jedoch noch den Frust die Kehle heruntergespült. Ab diesem Zwischenstopp haben sich die nicht mehr so Fussfreudigen ein Taxi organisiert, die Uebrigen sind durch das Städtchen bis zum Suppentopf gebummelt. Bis kurz vor 14.00h konnte jeder nun seinen Wünschen nach Suppe, Essen, Bier, Wein, Dessert, Kaffee usw. frönen, um dem Nachmittag wunderbar gestärkt entgegen zu blicken. Die Gastgeber haben uns mit ihrer einfachen und variantenreichen Küche verwöhnt und überaus gastfreundlich für unser Wohl gesorgt.
Ab 14.00h ist nun ein Besuch des Saurer-Museums, mit kundiger Führung angesagt. Was wir nun während 2 Stunden bestaunen konnten, ist auf unseren Strassen kaum mehr anzutreffen. Hin und wieder begegnet man bei einer Ausfahrt noch einem nostalgischen Fahrzeug der Marke Saurer, aber sonst trifft man die in Arbon produzierten Fahrzeuge nur noch im Museum an. Web- und Stickmaschinen mit der von Saurer entwickelten Technologie werden heute noch produziert, jedoch nicht mehr in Arbon. Im Museum sind jedoch noch alte «Chlüpperlimaschinen» im Einsatz und produzieren noch Web- und Stickerei-Produkte. Die vielen Ah und Oh’s zeugten davon, dass wir uns in die Jugend- und Nachkriegszeit zurückversetzt fühlten. War’s gemütlicher? Sicher nicht so hektisch wie heute!
Die ausgestellten Exponate führten uns eindrücklich vor Augen, dass in Arbon ein gutes Stück Schweizer Industrie-Geschichte präsentiert wird. Und man fragt sich schon, warum der Niedergang einst führender Technologie-Unternehmen nicht aufzuhalten war. Denken wir auch an den Lokomotiv-Bau in Winterthur. Passé ist Passé! Freuen wir uns darüber, dass es initiative Menschen gibt, die mit ihrem Enthusiasmus der Nachwelt Zeugen des früheren Werkplatzes Schweiz erhalten haben. Auch der Unterhalt und die Pflege braucht viel Engagement und Wissen über die ausgestellten Raritäten. Wir erfuhren auch, dass die Marke Saurer heute unter der chinesischen Fa. Jinsheng firmiert. 1982 wurde in Arbon der Fahrzeugbau eingestellt und 4 Jahre später die Produktion der Textilmaschinen. Wer heute noch eine Web- oder Stickmaschine mit Saurer-Technologie bestellen möchte, kann dies in China tun. Bereiche von Forschung und Entwicklung sind teilweise noch in Arbon, jedoch unter dem chinesischen Firmendach.
Nach 2 hochinteressanten Stunden im Saurer-Museum Arbon rückte langsam der Heimweg heran. Mit dem Schnellbus der Post ging es nach St. Gallen Hauptbahnhof. Nur aus Schnell wurde Schnecke! Dank den generell üblichen Verstopfungen und Stau’s auf unseren Strassen verpassten wir den Anschluss, sodass wir in St. Gallen eine Stunde bis zur nächsten Abfahrt nach Basel überbrücken mussten. Dies beeinträchtigte jedoch in keiner Weise die gute Stimmung und Zufriedenheit über einen erlebnisreichen Tag. Wohlbehalten sind wir in der vertrauten Region wieder angekommen. Interessant war’s! Dank der Spenderlaune unseres Männerriege-Kassiers wurde der Geldbeutel auch nicht zu stark strapaziert. Herzlichen Dank.                                                                                                             Schampedis